Bewältigung von Burnout, Depression und Trauma und die Relevanz des körperorientierten Ansatzes
Jan. 15, 2026
Gerne möchte ich darüber berichten, wie ich in meiner Arbeit unterschiedliche körperorientierte Ansätze miteinander verbinde und wie sehr mich die Grundlage meines Berufes der 𝐓𝐚𝐧𝐳- 𝐮𝐧𝐝 𝐁𝐞𝐰𝐞𝐠𝐮𝐧𝐠𝐬𝐭𝐡𝐞𝐫𝐚𝐩𝐢𝐞 dabei unterstützt. Relevant ist für mich zudem die Erweiterung meines Wissens sowie die Anwendung der #Polyvagaltheorie.
Erzähle ich Menschen von meiner tanz- und Bewegungstherapeutischen Arbeit mit Menschen, welche von 𝐃𝐞𝐩𝐫𝐞𝐬𝐬𝐢𝐨𝐧, 𝐁𝐮𝐫𝐧𝐨𝐮𝐭 𝐨𝐝𝐞𝐫 𝐓𝐫𝐚𝐮𝐦𝐚 sowie weiteren Belastungen der Psyche und des 𝐚𝐮𝐭𝐨𝐧𝐨𝐦𝐞𝐧 𝐍𝐞𝐫𝐯𝐞𝐧𝐬𝐲𝐬𝐭𝐞𝐦𝐬 betroffen sind, zeigen sich häufig erst einmal fragende Gesichter:
Wie soll denn Tanz- und Bewegungstherapie Menschen unterstützen, welche ausserordentlich erschöpft sind, kaum Antrieb oder Zugang zu ihren Gefühlen haben und sich von ihrem Körper abgeschnitten fühlen oder diesem gar nicht vertrauen können?
Wer hat bei permanenter Reizüberflutung, chronischem Stress, Schmerzen und dem Gefühl, permanent unter Strom zu stehen oder sich in einem tiefen, dunklen Loch zu befinden schon Lust auf Musik und Tanz??
Diese und weitere Fragen stellen sich tatsächlich auch viele Betroffene- wahrscheinlich zurecht.
𝐖𝐚𝐬 𝐢𝐬𝐭 𝐓𝐚𝐧𝐳- 𝐮𝐧𝐝 𝐁𝐞𝐰𝐞𝐠𝐮𝐧𝐠𝐬𝐭𝐡𝐞𝐫𝐚𝐩𝐢𝐞? Unsere Berufsbezeichnung lässt vermuten, dass mit Tanz und Bewegung gearbeitet wird, was ja auch stimmt. Jedoch nicht nur. Wir bedienen uns an einer grossen Bandbreite an körperorientierten Interventionen zur 𝐔𝐧𝐭𝐞𝐫𝐬𝐭ü𝐭𝐳𝐮𝐧𝐠 𝐮𝐧𝐝 𝐕𝐞𝐫𝐚𝐫𝐛𝐞𝐢𝐭𝐮𝐧𝐠 𝐬𝐞𝐞𝐥𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞𝐫 𝐏𝐫𝐨𝐳𝐞𝐬𝐬𝐞.
Über die Erarbeitung der 𝐁𝐞𝐳𝐢𝐞𝐡𝐮𝐧𝐠 𝐳𝐮𝐦 𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫 können wir Menschen darin begleiten, (wieder) Zugang zu ihren #Gefühlen zu erhalten sowie ihre #Emotionen in Ausdruck zu bringen. Oder es besteht die Möglichkeit zu erarbeiten, wie man mit überwältigenden Gefühlen umgehen kann- dabei unterstützt uns der Körper.
𝐁𝐞𝐰𝐞𝐠𝐮𝐧𝐠 𝐢𝐬𝐭 𝐋𝐞𝐛𝐞𝐧- 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 Ü𝐛𝐞𝐫𝐥𝐞𝐛𝐞𝐧 Relevant ist die Qualität der Bewegung. Es geht weder um Tanz im pädagogischen Sinne (wir vermitteln keine Tanzschritte) noch um Bewegung zur Steigerung von Ausdauer oder Fitness.
Jeder Mensch hat ein ureigenes #Bewegungsmuster. Das zeigt sich beispielsweise darin, dass wir Freunde oder Bekannte schon von Weitem an ihrer Silhouette, Bewegungen oder ihrer Körperhaltung erkennen, obwohl das Auge noch überhaupt nicht genau sieht.
𝐒𝐭𝐫𝐞𝐬𝐬𝐦𝐮𝐬𝐭𝐞𝐫 lassen sich ebenfalls in den Körperbewegungen sowie der Körperhaltung erkennen, weil das autonome Nervensystem* unseren Körper durchdringt und unsere Stressreaktionen steuert!
Chronische Belastung und Stress führen früher oder später zu körperlichen Symptomen wie Herzbeschwerden, Verdauungsstörungen, Schlafstörungen, innerer Unruhe, Schmerzzuständen, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, dem Gefühl abgeschnitten von sich zu sein, kognitiven Einschränkungen wie Nebel im Gehirn (Brainfog) oder die Schwierigkeit, sich zu fokussieren und sich Dinge zu merken.
𝐔𝐧𝐬𝐞𝐫 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫 𝐢𝐬𝐭 𝐞𝐢𝐧 𝐖𝐮𝐧𝐝𝐞𝐫𝐰𝐞𝐫𝐤 Die Billionen von Zellen, aus denen wir bestehen, arbeiten permanent daran, diesen Körper zu «reparieren» und gesund zu erhalten. Auch unser autonomes Nervensystem scannt unsere Umgebung Tag und Nacht (#Neurozeption vgl. Stephen Porges) mit dem Ziel, uns zu jeder Zeit in Sicherheit zu halten.
Befinden wir uns seit vielen Jahren und mitunter seit unserer Kindheit in belastenden, unsicheren oder gar widrigen Zuständen, versuchen Körper und autonomes Nervensystem uns «zusammenzuhalten», uns «aufrecht» zu halten, uns permanent an äussere Begebenheiten anzupassen. Das ist grundsätzlich eine wunderbare Fähigkeit- es mündet jedoch zu oft in einen chronischen Überlebensmodus!
Ja, zum guten Glück haben wir diese Überlebensmodi. Dank ihnen konnten wir unser Leben bis hierhin stemmen!!
Aus Sicht des autonomen Nervensystems hat dies mit den Jahren leider fatale Folgen für unsere seelische, geistige und körperliche Gesundheit.
Unser Körper «fährt» bestimmte Funktionen herunter, wie beispielsweise die Verdauungsfunktionen (Verstopfung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Blähungen, Durchfälle etc.), unsere Muskulatur kann sich fast nicht entspannen (Kampf- oder Fluchtmodus), was sich v.a. in Verspannungen der Hals-Nacken-Kiefer-Muskulatur (Bruxismus= nächtliches Zähne knirschen, Beissen) äussert. Sobald wir körperlich zur Ruhe kommen- weil wir schlafen oder #meditieren möchten- geht das Gedankenkreisen los. Eine innere Unruhe treibt uns wieder aus dem Bett, lässt uns das Bett durchwühlen oder wir fühlen uns innerlich wie unter Strom. Wir können nicht still sitzen, bekommen Schmerzen und brechen die Meditationspraxis frustriert ab.
Die unterschiedlichen Bewegungsmuster drücken diese Überlebenszustände darin aus, dass Betroffene ständig irgendetwas tun: sei es sich in die Arbeit stürzen, sich in Aktivismus flüchten, dauernd Sport treiben, überall mit dabei sein, immer in Bewegung sein (mit den Füssen zappeln, an den Haaren spielen, an den Fingern kneten oder knabbern etc.), gehen schnell und bewegen sich mitunter fahrig, nehmen jegliche Impulse aus der Umwelt auf (Reizüberflutung), weisen einen tendenziell hohen Muskeltonus auf.
Oder es zeigt sich das Gegenteil: Betroffene haben eine vornüber geneigte Körperhaltung, haben Schwierigkeiten damit, in die Gänge zu kommen. Auch sie leiden unter Verspannungen oder Verdauungsbeschwerden, fühlen und bewegen sich träge, verlangsamt. Auch ihnen ist alles irgendwie zu viel. Sie wüssten, dass ihnen Bewegung z.B. in der Natur gut tun würde, sie schaffen es jedoch nur schwer, in die Handlung zu kommen. Auch diese Menschen leiden unter Gedankenkreisen oder innerer Unruhe, fühlen sich jedoch wie handlungsunfähig oder erstarrt.
Es gibt noch genauere Differenzierungen in den Erscheinungsbildern der Überlebenszustände, was diesen Rahmen hier sprengen würde.
Oben beschriebene Zuständen können sich auch im Wechsel zeigen- was ebenso enorm anstrengend, frustrierend, erschöpfend und häufig auch schambehaftet ist!
𝐖𝐚𝐬 𝐧ü𝐭𝐳𝐭 𝐡𝐢𝐞𝐫 𝐝𝐢𝐞 𝐓𝐚𝐧𝐳- 𝐮𝐧𝐝 𝐁𝐞𝐰𝐞𝐠𝐮𝐧𝐠𝐬𝐭𝐡𝐞𝐫𝐚𝐩𝐢𝐞? Was sich in den unterschiedlichen Überlebensmodi zeigt, ist ein tendenziell enges, wenig Raum einnehmendes Bewegungsbild.
Wir begleiten die Betroffenen dabei, 𝐢𝐧𝐧𝐞𝐫𝐡𝐚𝐥𝐛 𝐢𝐡𝐫𝐞𝐬 𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫𝐬 𝐰𝐢𝐞𝐝𝐞𝐫 𝐦𝐞𝐡𝐫 𝐑𝐚𝐮𝐦 𝐳𝐮 𝐬𝐜𝐡𝐚𝐟𝐟𝐞𝐧 und damit zu forschen. Gleichzeitig «schulen» wir das autonome Nervensystem neu in dem Sinne, dass es lernt: «Ich darf expandieren und Raum einnehmen. Im gegenwärtigen Moment bin ich in #Sicherheit, nicht mehr alleine und bekomme Halt.»
𝐁𝐞𝐭𝐫𝐨𝐟𝐟𝐞𝐧𝐞 𝐡𝐚𝐛𝐞𝐧 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐠𝐞𝐥𝐞𝐫𝐧𝐭, 𝐢𝐡𝐫𝐞 𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐁𝐞𝐝ü𝐫𝐟𝐧𝐢𝐬𝐬𝐞 𝐰𝐚𝐡𝐫𝐳𝐮𝐧𝐞𝐡𝐦𝐞𝐧 𝐮𝐧𝐝 𝐳𝐮 ä𝐮𝐬𝐬𝐞𝐫𝐧. Die Aufmerksamkeit ist im Aussen, weil die Orientierung dort gesucht wird (Wie muss ich mich verhalten, damit ich ungeschoren davon komme? Was muss ich leisten/liefern, dass ich wahrgenommen, geliebt werde, Aufmerksamkeit, Wertschätzung etc. bekomme?). Daher auch die enorme Anpassungsfähigkeit. Durch diese #Überanpassung finden diese Menschen keinen/wenig Zugang zu sich selbst. Sie finden in sich wenig, was Halt gibt, eher innere Leere, Verunsicherung, «schwierige» Zustände- was die Aufmerksamkeit wiederum nach aussen treibt (innen fühlt es sich bedrohlich und nach Gefahr an!!).
Durch die achtsame Bewegungsarbeit werden Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie die #Selbstregulation gefördert, was zu innerer Stabilität führt und mehr Sicherheit im Miteinander generiert.
Durch forschende Bewegungsarbeit wie beispielsweise das funktionale, bewusste Bewegen der unterschiedlichen Gelenke des Körpers, spielerischen Bewegungen mit und ohne Einsatz unterschiedlichen Materialien finden Menschen mehr und mehr Anhaltspunkte darüber, was im Innen, was im Aussen und dazwischen passiert. Sie lernen dabei zu unterscheiden, «was ist meins, was deins». Sie lernen, 𝐬𝐢𝐜𝐡 𝐢𝐦 𝐠𝐞𝐠𝐞𝐧𝐰ä𝐫𝐭𝐢𝐠𝐞𝐧 𝐌𝐨𝐦𝐞𝐧𝐭 𝐳𝐮 𝐯𝐞𝐫𝐚𝐧𝐤𝐞𝐫𝐧. Sie lernen, dass sie nicht ihre Gefühle sind, sondern, dass sie Gefühle haben und durch den Körperbezug bei sich bleiben können anstatt sich von Gefühlen überfluten zu lassen.
Typischerweise sind die #Bewegungsmuster eher linear, wenig vielfältig und «maschinenhaft», also eher funktional und nicht in Verbindung zum Menschen selbst. Also an eine bestimmte Leistung gebunden (die Bewegung muss «Sinn» machen, es muss ein Ergebnis sichtbar sein). Erlauben sich die Betroffenen ihr Bewegungsrepertoire zu erweitern lernen sie, eine Orientierung innerhalb des eigenen Körpers und auch im Raum zu finden. Und Orientierung ist essenziell, um Sicherheit zu generieren!!
Durch das Ausprobieren unterschiedlicher Bewegungsqualitäten kann sich der Muskeltonus mit der Zeit in eine «Wohlspannung» regulieren, was schlussendlich auch den Reiz auf Nervenbahnen reduziert bzw. Nervenregionen wieder aktivieren kann.
𝐙𝐮𝐠𝐚𝐧𝐠 𝐳𝐮 𝐯𝐨𝐫𝐬𝐩𝐫𝐚𝐜𝐡𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐄𝐫𝐟𝐚𝐡𝐫𝐮𝐧𝐠𝐞𝐧 Als besonders beachtenswert empfinde ich, dass in der tanz- und bewegungstherapeutischen Arbeit der Zugang zum impliziten Gedächtnis gefunden werden kann. Das bedeutet, dass wir in der forschenden Bewegung und dem Raum geben von Bewegungsimpulsen oder bewusst machen von unbewussten Bewegungen an Erfahrungen und dem Erleben aus der frühkindlichen Zeit andocken können. Wir adressieren hier das Langzeitgedächtnis sowie unbewusste, automatisierte und intuitive Handlungen und Erleben, welche unseren Alltag enorm erleichtern und gleichzeitig enorm belasten, wenn wir schon früh massiv Belastendes erfahren haben, welches wir «vergessen» mussten, um im Alltag zu funktionieren.
Das explizite Gedächtnis, also der Teil unseres Gedächtnissen, wo unser angeeignetes Wissen gespeichert ist, lässt uns bestimmte erlernte Handlungsweisen abrufen. Es beinhaltet die Fähigkeit, sich bewusst an Fakten und Ereignisse zu erinnern.
Das bedeutet, dass wir in dem Teil unseres Gedächtnissen keinen Zugang zu unbewussten Anteilen haben!
Tanz- und Bewegungstherapie kann somit als recht konfrontativ erlebt werden, weil wir da plötzlich an ein Erleben heran kommen, mit dem wir nicht gerechnet haben. Jedoch zeigen sich so direkt Themen, an welchen gearbeitet werden kann, ohne Umwege oder, dass wir vorher darüber nachgedacht haben.
Immer wieder erhalte ich Rückmeldung von Menschen, die ich begleiten darf: «Ich komme über die körper- und handlungsorientierte Arbeit viel direkter an tiefgreifende und für mich relevante Lebensthemen heran als im reinen Gespräch».
𝐃𝐞𝐫 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫 𝐝𝐚𝐫𝐟 𝐳𝐮 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐦 𝐃𝐚𝐡𝐞𝐢𝐦 𝐰𝐞𝐫𝐝𝐞𝐧 Die Tanz- und Bewegungstherapie unterstützt dabei, innere Flexibilität zu erlernen (Window of tolerance vgl. Daniel Siegel), was direkt an das autonome Nervensystem gekoppelt ist. Wir können so besser mit Anforderungen des Lebens umgehen lernen, ausgeglichener sein, besser mit starken Gefühlen umgehen, weniger reaktiv auf Anforderungen des Lebens agieren, in eine Handlungsfähigkeit zugunsten eigener Bedürfnisse kommen, selbstfürsorglicher mit uns umgehen und Selbstwirksamkeit erleben.
Die Tanz- und Bewegungstherapie unterstützt bei der #Emotionsregulation, indem Gefühle, welche zuerst im Körper wahrnehmbar sind, einen Ausdruck bekommen. Durch Bewegungen, welche für den Menschen mit dem entsprechenden Gefühl zu tun haben. Es kann so der Identifikation mit Gefühlen entgegengewirkt werden, ohne das Gefühl zu verdrängen. Es bekommt Ausdruck, besonders, wenn man das entsprechende Gefühl nicht verbal benennen kann. Gefühle können im Körper verortet werden, bekommen also eine Art Platz oder Halt und die betroffene Person lernt wahrzunehmen, was sie selbst in diesem emotionalen Moment brauchen könnte.
𝐃𝐞𝐫 𝐌𝐞𝐧𝐬𝐜𝐡 𝐢𝐬𝐭 𝐞𝐢𝐧 𝐇𝐞𝐫𝐝𝐞𝐧𝐭𝐢𝐞𝐫 Ein sehr wichtiger Aspekt der tanztherapeutischen Arbeit beinhaltet das Miteinander, das gemeinsame Lernen in Interaktion. Das Bewegen, Forschen und Wahrnehmen innerhalb einer Gruppe unterstützt dabei, bei sich bleiben zu können. Es zeigen sich zwischenmenschliche Dynamiken sowie Auswirkungen auf unser eigenes zwischenmenschliches Verhalten. Nehme ich meine Bedürfnisse Zugunsten der Anderen zurück? Passe ich mein Verhalten der Gruppe an um zu gefallen? Habe ich Angst davor beurteilt oder gar abgewertet zu werden? Kann ich Kontrolle abgeben und mich doch getragen und sicher fühlen?
In Zeiten der raschen Veränderungen, wenig Gesellschaftlichem Halt und fehlender wirtschaftlicher Sicherheit, gesundheitlichen Krisen und massiven psychischen Anforderungen 𝐤𝐚𝐧𝐧 𝐮𝐧𝐬𝐞𝐫 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫 𝐳𝐮 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐦 𝐋𝐞𝐮𝐜𝐡𝐭𝐭𝐮𝐫𝐦 𝐰𝐞𝐫𝐝𝐞𝐧, 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐦 𝐎𝐫𝐢𝐞𝐧𝐭𝐢𝐞𝐫𝐮𝐧𝐠𝐬𝐩𝐮𝐧𝐤𝐭. Und zu einem Halt gebenden Gefäss, indem sich Gedanken und Gefühle bewegen, wo Sinnlichkeit und Spiritualität Platz haben, wo feinfühlige und materielle Anteile zusammenfinden und wo wir Ganzheit und ein Sosein erleben können.
Wenn Dich meine Ausführungen ansprechen oder berühren- melde Dich gerne für weitere Informationen und eine allfällige Zusammenarbeit.
*Das autonome Nervensystem befindet sich im #Hirnstamm (ältester und erfahrenster Teil unseres Gehirns) und wird vereinfacht in Sympathikus und Parasympathikus eingeteilt. Stephen Porges hat dieses System um die Polyvagaltheorie erweitert. Porges hat entdeckt, dass der Vagusnerv (10. Hirnnerv) sowie weitere Nerven innerhalb des parasympathischen Nervensystems eine relevante Wirkung auf unbewusste Überlebensreaktionen hat.
Für mich eine ausserordentlich bereichernde Differenzierung! Zwar noch komplexer, jedoch zutiefst hilf- und aufschlussreich sowie sinnstiftend für meine körperorientierte Arbeit!!
Gerne möchte ich darüber berichten, wie ich in meiner Arbeit unterschiedliche körperorientierte Ansätze miteinander verbinde und wie sehr mich die Grundlage meines Berufes der 𝐓𝐚𝐧𝐳- 𝐮𝐧𝐝 𝐁𝐞𝐰𝐞𝐠𝐮𝐧𝐠𝐬𝐭𝐡𝐞𝐫𝐚𝐩𝐢𝐞 dabei unterstützt.
Relevant ist für mich zudem die Erweiterung meines Wissens sowie die Anwendung der #Polyvagaltheorie.
Erzähle ich Menschen von meiner tanz- und Bewegungstherapeutischen Arbeit mit Menschen, welche von 𝐃𝐞𝐩𝐫𝐞𝐬𝐬𝐢𝐨𝐧, 𝐁𝐮𝐫𝐧𝐨𝐮𝐭 𝐨𝐝𝐞𝐫 𝐓𝐫𝐚𝐮𝐦𝐚 sowie weiteren Belastungen der Psyche und des 𝐚𝐮𝐭𝐨𝐧𝐨𝐦𝐞𝐧 𝐍𝐞𝐫𝐯𝐞𝐧𝐬𝐲𝐬𝐭𝐞𝐦𝐬 betroffen sind, zeigen sich häufig erst einmal fragende Gesichter:
Wie soll denn Tanz- und Bewegungstherapie Menschen unterstützen, welche ausserordentlich erschöpft sind, kaum Antrieb oder Zugang zu ihren Gefühlen haben und sich von ihrem Körper abgeschnitten fühlen oder diesem gar nicht vertrauen können?
Wer hat bei permanenter Reizüberflutung, chronischem Stress, Schmerzen und dem Gefühl, permanent unter Strom zu stehen oder sich in einem tiefen, dunklen Loch zu befinden schon Lust auf Musik und Tanz??
Diese und weitere Fragen stellen sich tatsächlich auch viele Betroffene- wahrscheinlich zurecht.
𝐖𝐚𝐬 𝐢𝐬𝐭 𝐓𝐚𝐧𝐳- 𝐮𝐧𝐝 𝐁𝐞𝐰𝐞𝐠𝐮𝐧𝐠𝐬𝐭𝐡𝐞𝐫𝐚𝐩𝐢𝐞?
Unsere Berufsbezeichnung lässt vermuten, dass mit Tanz und Bewegung gearbeitet wird, was ja auch stimmt. Jedoch nicht nur. Wir bedienen uns an einer grossen Bandbreite an körperorientierten Interventionen zur 𝐔𝐧𝐭𝐞𝐫𝐬𝐭ü𝐭𝐳𝐮𝐧𝐠 𝐮𝐧𝐝 𝐕𝐞𝐫𝐚𝐫𝐛𝐞𝐢𝐭𝐮𝐧𝐠 𝐬𝐞𝐞𝐥𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞𝐫 𝐏𝐫𝐨𝐳𝐞𝐬𝐬𝐞.
Über die Erarbeitung der 𝐁𝐞𝐳𝐢𝐞𝐡𝐮𝐧𝐠 𝐳𝐮𝐦 𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫
können wir Menschen darin begleiten, (wieder) Zugang zu ihren #Gefühlen zu erhalten sowie ihre #Emotionen in Ausdruck zu bringen. Oder es besteht die Möglichkeit zu erarbeiten, wie man mit überwältigenden Gefühlen umgehen kann- dabei unterstützt uns der Körper.
𝐃𝐢𝐞 𝐓𝐚𝐧𝐳- 𝐮𝐧𝐝 𝐁𝐞𝐰𝐞𝐠𝐮𝐧𝐠𝐬𝐭𝐡𝐞𝐫𝐚𝐩𝐢𝐞 𝐢𝐬𝐭 𝐞𝐢𝐧 𝐤ö𝐫𝐩𝐞𝐫𝐨𝐫𝐢𝐞𝐧𝐭𝐢𝐞𝐫𝐭𝐞𝐬 𝐏𝐬𝐲𝐜𝐡𝐨𝐭𝐡𝐞𝐫𝐚𝐩𝐢𝐞𝐯𝐞𝐫𝐟𝐚𝐡𝐫𝐞𝐧
𝐁𝐞𝐰𝐞𝐠𝐮𝐧𝐠 𝐢𝐬𝐭 𝐋𝐞𝐛𝐞𝐧- 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 Ü𝐛𝐞𝐫𝐥𝐞𝐛𝐞𝐧
Relevant ist die Qualität der Bewegung. Es geht weder um Tanz im pädagogischen Sinne (wir vermitteln keine Tanzschritte) noch um Bewegung zur Steigerung von Ausdauer oder Fitness.
Jeder Mensch hat ein ureigenes #Bewegungsmuster. Das zeigt sich beispielsweise darin, dass wir Freunde oder Bekannte schon von Weitem an ihrer Silhouette, Bewegungen oder ihrer Körperhaltung erkennen, obwohl das Auge noch überhaupt nicht genau sieht.
𝐒𝐭𝐫𝐞𝐬𝐬𝐦𝐮𝐬𝐭𝐞𝐫 lassen sich ebenfalls in den Körperbewegungen sowie der Körperhaltung erkennen, weil das autonome Nervensystem* unseren Körper durchdringt und unsere Stressreaktionen steuert!
Chronische Belastung und Stress führen früher oder später zu körperlichen Symptomen wie Herzbeschwerden, Verdauungsstörungen, Schlafstörungen, innerer Unruhe, Schmerzzuständen, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, dem Gefühl abgeschnitten von sich zu sein, kognitiven Einschränkungen wie Nebel im Gehirn (Brainfog) oder die Schwierigkeit, sich zu fokussieren und sich Dinge zu merken.
𝐔𝐧𝐬𝐞𝐫 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫 𝐢𝐬𝐭 𝐞𝐢𝐧 𝐖𝐮𝐧𝐝𝐞𝐫𝐰𝐞𝐫𝐤
Die Billionen von Zellen, aus denen wir bestehen, arbeiten permanent daran, diesen Körper zu «reparieren» und gesund zu erhalten. Auch unser autonomes Nervensystem scannt unsere Umgebung Tag und Nacht (#Neurozeption vgl. Stephen Porges) mit dem Ziel, uns zu jeder Zeit in Sicherheit zu halten.
Befinden wir uns seit vielen Jahren und mitunter seit unserer Kindheit in belastenden, unsicheren oder gar widrigen Zuständen, versuchen Körper und autonomes Nervensystem uns «zusammenzuhalten», uns «aufrecht» zu halten, uns permanent an äussere Begebenheiten anzupassen. Das ist grundsätzlich eine wunderbare Fähigkeit- es mündet jedoch zu oft in einen chronischen Überlebensmodus!
Ja, zum guten Glück haben wir diese Überlebensmodi. Dank ihnen konnten wir unser Leben bis hierhin stemmen!!
Aus Sicht des autonomen Nervensystems hat dies mit den Jahren leider fatale Folgen für unsere seelische, geistige und körperliche Gesundheit.
Unser Körper «fährt» bestimmte Funktionen herunter, wie beispielsweise die Verdauungsfunktionen (Verstopfung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Blähungen, Durchfälle etc.), unsere Muskulatur kann sich fast nicht entspannen (Kampf- oder Fluchtmodus), was sich v.a. in Verspannungen der Hals-Nacken-Kiefer-Muskulatur (Bruxismus= nächtliches Zähne knirschen, Beissen) äussert.
Sobald wir körperlich zur Ruhe kommen- weil wir schlafen oder #meditieren möchten- geht das Gedankenkreisen los. Eine innere Unruhe treibt uns wieder aus dem Bett, lässt uns das Bett durchwühlen oder wir fühlen uns innerlich wie unter Strom. Wir können nicht still sitzen, bekommen Schmerzen und brechen die Meditationspraxis frustriert ab.
Die unterschiedlichen Bewegungsmuster drücken diese Überlebenszustände darin aus, dass Betroffene ständig irgendetwas tun: sei es sich in die Arbeit stürzen, sich in Aktivismus flüchten, dauernd Sport treiben, überall mit dabei sein, immer in Bewegung sein (mit den Füssen zappeln, an den Haaren spielen, an den Fingern kneten oder knabbern etc.), gehen schnell und bewegen sich mitunter fahrig, nehmen jegliche Impulse aus der Umwelt auf (Reizüberflutung), weisen einen tendenziell hohen Muskeltonus auf.
Oder es zeigt sich das Gegenteil: Betroffene haben eine vornüber geneigte Körperhaltung, haben Schwierigkeiten damit, in die Gänge zu kommen. Auch sie leiden unter Verspannungen oder Verdauungsbeschwerden, fühlen und bewegen sich träge, verlangsamt. Auch ihnen ist alles irgendwie zu viel. Sie wüssten, dass ihnen Bewegung z.B. in der Natur gut tun würde, sie schaffen es jedoch nur schwer, in die Handlung zu kommen. Auch diese Menschen leiden unter Gedankenkreisen oder innerer Unruhe, fühlen sich jedoch wie handlungsunfähig oder erstarrt.
Es gibt noch genauere Differenzierungen in den Erscheinungsbildern der Überlebenszustände, was diesen Rahmen hier sprengen würde.
Oben beschriebene Zuständen können sich auch im Wechsel zeigen- was ebenso enorm anstrengend, frustrierend, erschöpfend und häufig auch schambehaftet ist!
𝐖𝐚𝐬 𝐧ü𝐭𝐳𝐭 𝐡𝐢𝐞𝐫 𝐝𝐢𝐞 𝐓𝐚𝐧𝐳- 𝐮𝐧𝐝 𝐁𝐞𝐰𝐞𝐠𝐮𝐧𝐠𝐬𝐭𝐡𝐞𝐫𝐚𝐩𝐢𝐞?
Was sich in den unterschiedlichen Überlebensmodi zeigt, ist ein tendenziell enges, wenig Raum einnehmendes Bewegungsbild.
Wir begleiten die Betroffenen dabei, 𝐢𝐧𝐧𝐞𝐫𝐡𝐚𝐥𝐛 𝐢𝐡𝐫𝐞𝐬 𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫𝐬 𝐰𝐢𝐞𝐝𝐞𝐫 𝐦𝐞𝐡𝐫 𝐑𝐚𝐮𝐦 𝐳𝐮 𝐬𝐜𝐡𝐚𝐟𝐟𝐞𝐧 und damit zu forschen.
Gleichzeitig «schulen» wir das autonome Nervensystem neu in dem Sinne, dass es lernt: «Ich darf expandieren und Raum einnehmen. Im gegenwärtigen Moment bin ich in #Sicherheit, nicht mehr alleine und bekomme Halt.»
𝐁𝐞𝐭𝐫𝐨𝐟𝐟𝐞𝐧𝐞 𝐡𝐚𝐛𝐞𝐧 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐠𝐞𝐥𝐞𝐫𝐧𝐭, 𝐢𝐡𝐫𝐞 𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐁𝐞𝐝ü𝐫𝐟𝐧𝐢𝐬𝐬𝐞 𝐰𝐚𝐡𝐫𝐳𝐮𝐧𝐞𝐡𝐦𝐞𝐧 𝐮𝐧𝐝 𝐳𝐮 ä𝐮𝐬𝐬𝐞𝐫𝐧. Die Aufmerksamkeit ist im Aussen, weil die Orientierung dort gesucht wird (Wie muss ich mich verhalten, damit ich ungeschoren davon komme? Was muss ich leisten/liefern, dass ich wahrgenommen, geliebt werde, Aufmerksamkeit, Wertschätzung etc. bekomme?).
Daher auch die enorme Anpassungsfähigkeit. Durch diese #Überanpassung finden diese Menschen keinen/wenig Zugang zu sich selbst. Sie finden in sich wenig, was Halt gibt, eher innere Leere, Verunsicherung, «schwierige» Zustände- was die Aufmerksamkeit wiederum nach aussen treibt (innen fühlt es sich bedrohlich und nach Gefahr an!!).
Durch die achtsame Bewegungsarbeit werden Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie die #Selbstregulation gefördert, was zu innerer Stabilität führt und mehr Sicherheit im Miteinander generiert.
Durch forschende Bewegungsarbeit wie beispielsweise das funktionale, bewusste Bewegen der unterschiedlichen Gelenke des Körpers, spielerischen Bewegungen mit und ohne Einsatz unterschiedlichen Materialien finden Menschen mehr und mehr Anhaltspunkte darüber, was im Innen, was im Aussen und dazwischen passiert. Sie lernen dabei zu unterscheiden, «was ist meins, was deins».
Sie lernen, 𝐬𝐢𝐜𝐡 𝐢𝐦 𝐠𝐞𝐠𝐞𝐧𝐰ä𝐫𝐭𝐢𝐠𝐞𝐧 𝐌𝐨𝐦𝐞𝐧𝐭 𝐳𝐮 𝐯𝐞𝐫𝐚𝐧𝐤𝐞𝐫𝐧.
Sie lernen, dass sie nicht ihre Gefühle sind, sondern, dass sie Gefühle haben und durch den Körperbezug bei sich bleiben können anstatt sich von Gefühlen überfluten zu lassen.
Typischerweise sind die #Bewegungsmuster eher linear, wenig vielfältig und «maschinenhaft», also eher funktional und nicht in Verbindung zum Menschen selbst. Also an eine bestimmte Leistung gebunden (die Bewegung muss «Sinn» machen, es muss ein Ergebnis sichtbar sein).
Erlauben sich die Betroffenen ihr Bewegungsrepertoire zu erweitern lernen sie, eine Orientierung innerhalb des eigenen Körpers und auch im Raum zu finden.
Und Orientierung ist essenziell, um Sicherheit zu generieren!!
Durch das Ausprobieren unterschiedlicher Bewegungsqualitäten kann sich der Muskeltonus mit der Zeit in eine «Wohlspannung» regulieren, was schlussendlich auch den Reiz auf Nervenbahnen reduziert bzw. Nervenregionen wieder aktivieren kann.
𝐙𝐮𝐠𝐚𝐧𝐠 𝐳𝐮 𝐯𝐨𝐫𝐬𝐩𝐫𝐚𝐜𝐡𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐄𝐫𝐟𝐚𝐡𝐫𝐮𝐧𝐠𝐞𝐧
Als besonders beachtenswert empfinde ich, dass in der tanz- und bewegungstherapeutischen Arbeit der Zugang zum impliziten Gedächtnis gefunden werden kann.
Das bedeutet, dass wir in der forschenden Bewegung und dem Raum geben von Bewegungsimpulsen oder bewusst machen von unbewussten Bewegungen an Erfahrungen und dem Erleben aus der frühkindlichen Zeit andocken können.
Wir adressieren hier das Langzeitgedächtnis sowie unbewusste, automatisierte und intuitive Handlungen und Erleben, welche unseren Alltag enorm erleichtern und gleichzeitig enorm belasten, wenn wir schon früh massiv Belastendes erfahren haben, welches wir «vergessen» mussten, um im Alltag zu funktionieren.
Das explizite Gedächtnis, also der Teil unseres Gedächtnissen, wo unser angeeignetes Wissen gespeichert ist, lässt uns bestimmte erlernte Handlungsweisen abrufen. Es beinhaltet die Fähigkeit, sich bewusst an Fakten und Ereignisse zu erinnern.
Das bedeutet, dass wir in dem Teil unseres Gedächtnissen keinen Zugang zu unbewussten Anteilen haben!
Tanz- und Bewegungstherapie kann somit als recht konfrontativ erlebt werden, weil wir da plötzlich an ein Erleben heran kommen, mit dem wir nicht gerechnet haben. Jedoch zeigen sich so direkt Themen, an welchen gearbeitet werden kann, ohne Umwege oder, dass wir vorher darüber nachgedacht haben.
Immer wieder erhalte ich Rückmeldung von Menschen, die ich begleiten darf: «Ich komme über die körper- und handlungsorientierte Arbeit viel direkter an tiefgreifende und für mich relevante Lebensthemen heran als im reinen Gespräch».
𝐃𝐞𝐫 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫 𝐝𝐚𝐫𝐟 𝐳𝐮 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐦 𝐃𝐚𝐡𝐞𝐢𝐦 𝐰𝐞𝐫𝐝𝐞𝐧
Die Tanz- und Bewegungstherapie unterstützt dabei, innere Flexibilität zu erlernen (Window of tolerance vgl. Daniel Siegel), was direkt an das autonome Nervensystem gekoppelt ist.
Wir können so besser mit Anforderungen des Lebens umgehen lernen, ausgeglichener sein, besser mit starken Gefühlen umgehen, weniger reaktiv auf Anforderungen des Lebens agieren, in eine Handlungsfähigkeit zugunsten eigener Bedürfnisse kommen, selbstfürsorglicher mit uns umgehen und Selbstwirksamkeit erleben.
Die Tanz- und Bewegungstherapie unterstützt bei der #Emotionsregulation, indem Gefühle, welche zuerst im Körper wahrnehmbar sind, einen Ausdruck bekommen. Durch Bewegungen, welche für den Menschen mit dem entsprechenden Gefühl zu tun haben. Es kann so der Identifikation mit Gefühlen entgegengewirkt werden, ohne das Gefühl zu verdrängen. Es bekommt Ausdruck, besonders, wenn man das entsprechende Gefühl nicht verbal benennen kann.
Gefühle können im Körper verortet werden, bekommen also eine Art Platz oder Halt und die betroffene Person lernt wahrzunehmen, was sie selbst in diesem emotionalen Moment brauchen könnte.
𝐃𝐞𝐫 𝐌𝐞𝐧𝐬𝐜𝐡 𝐢𝐬𝐭 𝐞𝐢𝐧 𝐇𝐞𝐫𝐝𝐞𝐧𝐭𝐢𝐞𝐫
Ein sehr wichtiger Aspekt der tanztherapeutischen Arbeit beinhaltet das Miteinander, das gemeinsame Lernen in Interaktion. Das Bewegen, Forschen und Wahrnehmen innerhalb einer Gruppe unterstützt dabei, bei sich bleiben zu können. Es zeigen sich zwischenmenschliche Dynamiken sowie Auswirkungen auf unser eigenes zwischenmenschliches Verhalten.
Nehme ich meine Bedürfnisse Zugunsten der Anderen zurück? Passe ich mein Verhalten der Gruppe an um zu gefallen? Habe ich Angst davor beurteilt oder gar abgewertet zu werden? Kann ich Kontrolle abgeben und mich doch getragen und sicher fühlen?
𝐒𝐢𝐜𝐡 𝐳𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧 𝐮𝐧𝐝 𝐠𝐞𝐬𝐞𝐡𝐞𝐧/𝐠𝐞𝐡ö𝐫𝐭 𝐰𝐞𝐫𝐝𝐞𝐧 𝐮𝐧𝐝 𝐢𝐧 𝐑𝐞𝐬𝐨𝐧𝐚𝐧𝐳 𝐳𝐮𝐬𝐚𝐦𝐦𝐞𝐧𝐥𝐞𝐛𝐞𝐧 𝐠𝐞𝐡ö𝐫𝐭 𝐳𝐮 𝐝𝐞𝐧 𝐆𝐫𝐮𝐧𝐝𝐥𝐚𝐠𝐞𝐧 𝐝𝐞𝐬 𝐬𝐨𝐳𝐢𝐚𝐥𝐞𝐧 𝐙𝐮𝐬𝐚𝐦𝐦𝐞𝐧𝐥𝐞𝐛𝐞𝐧𝐬 𝐮𝐧𝐝 𝐳𝐮 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐦 𝐠𝐞𝐬𝐮𝐧𝐝𝐞𝐧 𝐌𝐢𝐭𝐞𝐢𝐧𝐚𝐧𝐝𝐞𝐫.
In Zeiten der raschen Veränderungen, wenig Gesellschaftlichem Halt und fehlender wirtschaftlicher Sicherheit, gesundheitlichen Krisen und massiven psychischen Anforderungen 𝐤𝐚𝐧𝐧 𝐮𝐧𝐬𝐞𝐫 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫 𝐳𝐮 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐦 𝐋𝐞𝐮𝐜𝐡𝐭𝐭𝐮𝐫𝐦 𝐰𝐞𝐫𝐝𝐞𝐧, 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐦 𝐎𝐫𝐢𝐞𝐧𝐭𝐢𝐞𝐫𝐮𝐧𝐠𝐬𝐩𝐮𝐧𝐤𝐭.
Und zu einem Halt gebenden Gefäss, indem sich Gedanken und Gefühle bewegen, wo Sinnlichkeit und Spiritualität Platz haben, wo feinfühlige und materielle Anteile zusammenfinden und wo wir Ganzheit und ein Sosein erleben können.
Wenn Dich meine Ausführungen ansprechen oder berühren- melde Dich gerne für weitere Informationen und eine allfällige Zusammenarbeit.
Ich freue mich auf Deine Kontaktaufnahme!
*Das autonome Nervensystem befindet sich im #Hirnstamm (ältester und erfahrenster Teil unseres Gehirns) und wird vereinfacht in Sympathikus und Parasympathikus eingeteilt.
Stephen Porges hat dieses System um die Polyvagaltheorie erweitert. Porges hat entdeckt, dass der Vagusnerv (10. Hirnnerv) sowie weitere Nerven innerhalb des parasympathischen Nervensystems eine relevante Wirkung auf unbewusste Überlebensreaktionen hat.
Für mich eine ausserordentlich bereichernde Differenzierung!
Zwar noch komplexer, jedoch zutiefst hilf- und aufschlussreich sowie sinnstiftend für meine körperorientierte Arbeit!!