Ein junger Mann Mitte 20 kam im Rahmen seines klinischen Aufenthaltes zu mir in die 𝐓𝐚𝐧𝐳- 𝐮𝐧𝐝 𝐁𝐞𝐰𝐞𝐠𝐮𝐧𝐠𝐬𝐭𝐡𝐞𝐫𝐚𝐩𝐢𝐞. Es war ihm infolge #Burnout, Depression und #Sozialer Ängste nicht mehr möglich seiner Arbeit nachzugehen. Ausserdem geriet am Arbeitsplatz in eine Mobbingsituation und wurde darum hospitalisiert.

Bereits in seiner frühen Jugend musste er massives #Mobbing aushalten, konnte nie lernen sich durchzusetzen und reagierte durch seine massive innere Anspannung immer wieder aufbrausend.

Bedingt durch seine sozialen Ängste zog er sich so sehr zurück, dass er keinen Sport mehr betrieb und keine anderen Hobbys oder seinen Freundeskreis pflegte.

Er hatte 𝐤𝐚𝐮𝐦 𝐙𝐮𝐠𝐚𝐧𝐠 𝐳𝐮 𝐬𝐞𝐢𝐧𝐞𝐦 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫 und von 𝐬𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐆𝐞𝐟ü𝐡𝐥𝐞𝐧 𝐰𝐚𝐫 𝐞𝐫 𝐞𝐧𝐭𝐰𝐞𝐝𝐞𝐫 𝐚𝐛𝐠𝐞𝐬𝐜𝐡𝐧𝐢𝐭𝐭𝐞𝐧 oder 𝐰𝐮𝐫𝐝𝐞 𝐯𝐨𝐧 𝐢𝐡𝐧𝐞𝐧 𝐯𝐨𝐥𝐥𝐤𝐨𝐦𝐦𝐞𝐧 ü𝐛𝐞𝐫𝐫𝐨𝐥𝐥𝐭.

In unserer Zusammenarbeit war das Thema 𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧𝐞 𝐆𝐫𝐞𝐧𝐳𝐞𝐧 𝐮𝐧𝐝 𝐩𝐞𝐫𝐬ö𝐧𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞𝐫 𝐑𝐚𝐮𝐦 während mehreren Sitzungen Thema.

Mithilfe von Seilen machte er zuerst seine eigenen Grenzen für sich selbst und mich als aussenstehende Person sichtbar. Das gelang ihm ganz gut und gab ihm 𝐊𝐥𝐚𝐫𝐡𝐞𝐢𝐭, 𝐒𝐢𝐜𝐡𝐞𝐫𝐡𝐞𝐢𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐬𝐞𝐢𝐧 𝐯𝐞𝐠𝐞𝐭𝐚𝐭𝐢𝐯𝐞𝐬 𝐍𝐞𝐫𝐯𝐞𝐧𝐬𝐲𝐬𝐭𝐞𝐦 𝐛𝐞𝐫𝐮𝐡𝐢𝐠𝐭𝐞 𝐬𝐢𝐜𝐡 𝐬𝐢𝐜𝐡𝐭𝐛𝐚𝐫 𝐮𝐧𝐝 𝐟ü𝐫 𝐝𝐞𝐧 𝐣𝐮𝐧𝐠𝐞𝐧 𝐌𝐚𝐧𝐧 𝐬𝐩ü𝐫𝐛𝐚𝐫.

Etwa in der dritten Stunde übte er, abgrenzende Gesten auszuführen anstatt wie gewohnt sofort in den Rückzug zu gehen bei Konfrontation (ich ging dabei von aussen auf seine Seilgrenze zu).

Als Rechtshänder probierte er mit der rechten Hand eine Stop-Geste auszuführen. Seinen Arm konnte er dabei kaum heben, er fühlte sich schwer und die Bewegung zäh an. Auch nach mehreren Wiederholungen blieb das Körperempfinden angestrengt und ungewohnt!

Ich schlug also vor, die Stop-Geste mal mit links auszuprobieren.

Erstaunlicherweise 𝐠𝐞𝐥𝐚𝐧𝐠 𝐢𝐡𝐦 𝐝𝐢𝐞𝐬𝐞 𝐀𝐛𝐠𝐫𝐞𝐧𝐳𝐮𝐧𝐠𝐬𝐛𝐞𝐰𝐞𝐠𝐮𝐧𝐠 𝐦𝐢𝐭 𝐥𝐢𝐧𝐤𝐬 𝐯𝐢𝐞𝐥 𝐞𝐢𝐧𝐟𝐚𝐜𝐡𝐞𝐫. Er konnte den leicht gestreckten Arm einen Moment halten und rein spüren. Es begann ein sanftes und belebendes Kribbeln in seinem linken Oberarm, was der Mann als sehr angenehm empfand.

Nach einer Weile erlebte er seinen gesamten Körper als gestärkt und kraftvoll. Die Erfahrung, dass es ihm gelungen war, 𝐚𝐮𝐬 𝐬𝐞𝐢𝐧𝐞𝐦 𝐠𝐞𝐰𝐨𝐡𝐧𝐭𝐞𝐧 𝐌𝐮𝐬𝐭𝐞𝐫 𝐚𝐮𝐬𝐳𝐮𝐛𝐫𝐞𝐜𝐡𝐞𝐧 und 𝐬𝐞𝐢𝐧𝐞𝐦 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫 𝐝𝐢𝐞 𝐅ü𝐡𝐫𝐮𝐧𝐠 𝐳𝐮 ü𝐛𝐞𝐫𝐥𝐚𝐬𝐬𝐞𝐧, bestärkten ihn und bereitete ihm grosse Freude. Er stand in seiner vollen Grösse und mit seinen breiten Schultern ganz selbstbewusst da und erlebte sich seit Langem wieder einmal 𝐠𝐚𝐧𝐳 𝐛𝐞𝐢 𝐬𝐢𝐜𝐡 𝐮𝐧𝐝 𝐢𝐦 𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫 𝐩𝐫ä𝐬𝐞𝐧𝐭!

#Körperwahrnehmung #Körperbewusstsein