Kürzlich berichtete mir eine Patientin in der Klinik, sie verliere ich immer wieder im Aussen. Sie betrachte die Schönheit der Umgebung in der Natur, versuche den Moment zu geniessen, die Natur achtsam zu sehen oder zu riechen- und merke plötzlich, dass sie gar nicht mehr bei sich ist, den Körper kaum spürt und sich völlig verloren hat.

Das verunsichert die Frau, destabilisiert sie und braucht viel Energie, um wieder bei sich und im Körper anzukommen.

In meiner Arbeit fällt mir immer wieder auf, dass Menschen den Kontakt zu sich verlieren- egal ob in der Natur, im Kontext der Arbeitssituation, im Zusammensein mit Menschen, beim Praktizieren von achtsamkeitsbasierten und meditativen Techniken oder im Sein mit sich alleine.

𝐖𝐨𝐦𝐢𝐭 𝐡𝐚𝐭 𝐝𝐚𝐬 𝐳𝐮 𝐭𝐮𝐧?

– Zum Wahrnehmen nutzen wir oftmals lediglich unsere im 𝐊𝐨𝐩𝐟 𝐚𝐧𝐠𝐞𝐬𝐢𝐞𝐝𝐞𝐥𝐭𝐞𝐧 𝐒𝐢𝐧𝐧𝐞𝐬𝐨𝐫𝐠𝐚𝐧𝐞 wie Augen, Ohren, Nase.

– 𝐖𝐢𝐫 𝐧𝐞𝐡𝐦𝐞𝐧 𝐝𝐞𝐧 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫 𝐤𝐚𝐮𝐦 𝐛𝐞𝐰𝐮𝐬𝐬𝐭 𝐰𝐚𝐡𝐫. Oft dann, wenn wir gerade eine Körperübung ausführen, wenn der Körper mit Schmerz, Unbeweglichkeit, Erschöpfung oder mit vegetativen Symptomen wie Nervosität, weichen Knien, Schweissausbrüchen etc. reagiert.

– Wir 𝐧𝐞𝐠𝐢𝐞𝐫𝐞𝐧 bewusst oder unbewusst unseren Körper, weil wir ihn lediglich als eine Hülle betrachten, weil wir 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫, 𝐒𝐞𝐞𝐥𝐞 𝐮𝐧𝐝 𝐆𝐞𝐢𝐬𝐭 𝐯𝐨𝐧 𝐞𝐢𝐧𝐚𝐧𝐝𝐞𝐫 𝐭𝐫𝐞𝐧𝐧𝐞𝐧, weil wir den Eindruck haben, v.a. mit Mindset oder positiven Gedanken unser körperliches Befinden steuern zu können, weil wir 𝐮𝐧𝐬𝐞𝐫𝐞𝐧 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐦ö𝐠𝐞𝐧 𝐨𝐝𝐞𝐫 𝐬𝐨𝐠𝐚𝐫 𝐚𝐥𝐬 𝐛𝐞𝐝𝐫𝐨𝐡𝐥𝐢𝐜𝐡 𝐞𝐦𝐩𝐟𝐢𝐧𝐝𝐞𝐧.

𝐖𝐢𝐞 𝐤𝐨𝐦𝐦𝐞𝐧 𝐰𝐢𝐫 𝐝𝐚 𝐰𝐢𝐞𝐝𝐞𝐫 𝐫𝐚𝐮𝐬?

Indem wir lernen, immer wieder 𝐑ü𝐜𝐤𝐬𝐜𝐡𝐥𝐮𝐬𝐬 𝐳𝐮 𝐮𝐧𝐬𝐞𝐫𝐞𝐦 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫 𝐚𝐥𝐬 𝐒𝐲𝐬𝐭𝐞𝐦 zu etablieren- beim Üben und mit der Zeit im Alltag!

Lernen wir während des Übens «im Körper zu bleiben», erhalten wir sehr viel Aufschluss über unser Gesamtbefinden.

Wir kommen unseren Gefühlen näher und werden uns den eigenen Gedanken über uns selbst oder deren Inhalte allgemein gewahr.

Wir erhalten mehr und mehr 𝐙𝐮𝐠𝐚𝐧𝐠 𝐳𝐮 𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐁𝐞𝐝ü𝐫𝐟𝐧𝐢𝐬𝐬𝐞𝐧, 𝐳𝐮 𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐈𝐦𝐩𝐮𝐥𝐬𝐞𝐧 𝐮𝐧𝐝 𝐤ö𝐧𝐧𝐞𝐧 𝐚𝐧 𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐑𝐞𝐬𝐬𝐨𝐮𝐫𝐜𝐞𝐧 𝐚𝐧𝐝𝐨𝐜𝐤𝐞𝐧, welche im Verlauf unseres Lebens- aus welchen Gründen auch immer- verschüttet wurden, sich jetzt aber wieder zeigen und sich für die Bewältigung unseres Lebens zur Verfügung stellen möchten!

𝐏𝐫𝐨𝐛𝐢𝐞𝐫𝐞 𝐚𝐮𝐬: Wähle eine dir bekannte und für dich jetzt im Moment passende Übung aus.

Nimm während des Übens immer wieder Kontakt zu dir selbst auf- wie spürst du dich im Körper, wie sind deine Gefühle und deine Gedanken?

Was verändert sich für dich in der 𝐐𝐮𝐚𝐥𝐢𝐭ä𝐭 der Übung, wenn du mit deiner Aufmerksamkeit immer wieder im Aussen und im Kontakt mit dir selbst bist?

𝐕𝐢𝐞𝐥 𝐍𝐞𝐮𝐠𝐢𝐞𝐫𝐢𝐠𝐤𝐞𝐢𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐅𝐫𝐞𝐮𝐝𝐞 𝐛𝐞𝐢𝐦 𝐀𝐮𝐬𝐩𝐫𝐨𝐛𝐢𝐞𝐫𝐞𝐧!