Meine neue Patientin berichtete mir über ihre leidvolle Geschichte mit ihrem Körper, welcher seit Jahren von den unterschiedlichsten Krankheiten und Symptomen wie Gürtelrose, Hörsturz, Tinnitus, kleineren Unfällen, Erschöpfung u.v.m. geplagt ist.

Zu uns in die Klinik kam sie wegen #Burn out, #Depression und #Posttraumatischer Belastungsstörung.

Sie hat grosse Schwierigkeiten damit, sich abzugrenzen, empfindet 𝐢𝐡𝐫𝐞𝐧 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫 𝐚𝐥𝐬 𝐅𝐞𝐢𝐧𝐝 und 𝐡𝐚𝐭 𝐧𝐢𝐫𝐠𝐞𝐧𝐝𝐬 𝐝𝐚𝐬 𝐆𝐞𝐟ü𝐡𝐥, 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐑𝐚𝐮𝐦 𝐳𝐮 𝐡𝐚𝐛𝐞𝐧!

Bereits in den ersten Momenten unserer Begegnung fiel mir ihre hohe muskuläre Anspannung in Beinen und Füssen sowie das Festhalten ihrer Muskulatur im unteren Rücken auf.

Auf der Entdeckungsreise zur Wahrnehmung der Anspannung in der unteren Extremität stellte die Frau fest, dass diese ihren Rücken unterstützt, welcher festhalten MUSS– den Raum hinter ihr empfindet sie als unsicher nebst dem, dass ihr Körper traumabedingt sowieso permanent auf «Habachtstellung» ist.

Sobald sie die Beine und Füsse etwas lockerte, die Fusssohlen auf den Boden stellte, verlor der Rücken seinen Job, Sicherheit zu vermitteln- auch wenn die Entspannung der Muskulatur durch Haltungsveränderung theoretisch entspannter sein könnte.

Der Rücken fühle sich an wie ein Brett, spannte noch mehr an und konnte nicht 1 Millimeter sinken oder loslassen. 𝐖𝐢𝐜𝐡𝐭𝐢𝐠 𝐳𝐮 𝐫𝐞𝐬𝐩𝐞𝐤𝐭𝐢𝐞𝐫𝐞𝐧!!

Was der Frau in letzter Zeit aufgefallen war ist, dass sie, um den Rücken zu unterstützen, ab und zu damit begonnen hatte, sich vom Brustbeit her aufzurichten und dort ein bisschen auf zu machen. So könne sie auch ein 𝐤𝐥𝐞𝐢𝐧 𝐛𝐢𝐬𝐬𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐥𝐞𝐢𝐜𝐡𝐭𝐞𝐫 𝐚𝐭𝐦𝐞𝐧.

Ich lud sie dazu ein, eine Hand auf das Brustbein und die andere Hand auf den angespannten, unteren Rücken aufzulegen und wahrzunehmen.

Sie spürte als erstes die wohlige Wärme der eigenen Hände. Nach einer Weile sagte sie plötzlich: «𝐈𝐜𝐡 𝐬𝐩ü𝐫𝐞, 𝐝𝐚𝐬 𝐝𝐚 𝐳𝐰𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐦𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐇ä𝐧𝐝𝐞𝐧 𝐞𝐭𝐰𝐚𝐬 𝐢𝐬𝐭. 𝐄𝐢𝐧 𝐑𝐚𝐮𝐦!».

Es gelang der Frau, mit der Wahrnehmung 𝐳𝐰𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐢𝐡𝐫𝐞𝐧 𝐛𝐞𝐢𝐝𝐞𝐧 𝐇ä𝐧𝐝𝐞𝐧 𝐳𝐮 𝐩𝐞𝐧𝐝𝐞𝐥𝐧, den Atem ein bisschen mitzunehmen. Der Rücken blieb verständlicherweise in seiner Halteposition. Durch die Selbstberührung nahm sie deutlich ihre 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫𝐠𝐫𝐞𝐧𝐳𝐞𝐧 𝐰𝐚𝐡𝐫, spürte, wo ihr Körper beginnt und wo der Aussenraum beginnt.

Nach einer Weile beruhigte sich ihr Nervensystem sichtlich, was die Frau als im Moment absolut 𝐞𝐧𝐭𝐥𝐚𝐬𝐭𝐞𝐧𝐝 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐢𝐜𝐡𝐞𝐫𝐡𝐞𝐢𝐭 𝐬𝐩𝐞𝐧𝐝𝐞𝐧𝐝 empfand.

Sie war spürbar berührt und äusserte, jetzt, im gegenwärtigen Moment, könne sie gut bei sich sein!