Viele Menschen, welche zu mir in die Behandlung kommen, bringen eine ä𝐮𝐬𝐬𝐞𝐫𝐬𝐭 𝐡𝐨𝐡𝐞 𝐦𝐮𝐬𝐤𝐮𝐥ä𝐫𝐞 𝐮𝐧𝐝 𝐬𝐞𝐞𝐥𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞 𝐒𝐩𝐚𝐧𝐧𝐮𝐧𝐠 𝐦𝐢𝐭 𝐬𝐢𝐜𝐡.

Diese überhöhte Spannung ist im Körper, in der Bewegung und auf der Beziehungsebene gut sicht- und spürbar.

𝐊𝐫𝐞𝐚𝐭𝐢𝐯-𝐭ä𝐧𝐳𝐞𝐫𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞 𝐁𝐞𝐰𝐞𝐠𝐮𝐧𝐠 𝐬𝐨𝐰𝐢𝐞 𝐀𝐫𝐛𝐞𝐢𝐭 𝐚𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫- 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐞𝐥𝐛𝐬𝐭𝐰𝐚𝐡𝐫𝐧𝐞𝐡𝐦𝐮𝐧𝐠 unterstützen dabei, auf eine spielerisch-leichte und ressourcenorientierte Weise aus festgefahrenen Bewegungs- und Haltungsmustern auszusteigen und neue Wege zu finden.

Zu bedenken ist, dass wir nicht einfach nur durch stressbedingte Arbeit zu erhöhter muskulärer oder innerer Spannung gelangen, sondern noch eher durch 𝐬𝐜𝐡𝐰𝐢𝐞𝐫𝐢𝐠𝐞 𝐁𝐢𝐧𝐝𝐮𝐧𝐠𝐬𝐞𝐫𝐟𝐚𝐡𝐫𝐮𝐧𝐠𝐞𝐧 𝐢𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐊𝐢𝐧𝐝𝐡𝐞𝐢𝐭, welche sich beispielsweise durch Glaubenssätze negativ in den Systemen der Betroffenen verankern.
Viele Erwachsenen kennen folgende Glaubenssätze aus ihrer Kindheit und Jugend: «Da muss man sich eben durchbeissen», «reiss dich zusammen», «nimm dich zurück», «sitz still», «ein Indianer kennt keinen Schmerz», «geht nicht gibt’s nicht», «sei nicht so eine Heulsuse/ein Sensibelchen/ein Schwächling», «das tut man nicht, was denken da die Anderen?» etc…..

Einer meiner Patienten- äusserst erfolgreich im Bankwesen, sehr leistungsorientiert, kompetenter Fachmann in seinem Bereich- geriet immer mehr und mehr in die Erschöpfung und ausser sich. Er litt unter massiven Schlafstörungen, Wutausbrüchen oder Panikattacken und schaffte es plötzlich nicht mehr, seiner Arbeit nachzugehen und seine Kunden mit innerer Sicherheit bezüglich seiner Fachkompetenz zu betreuen.
Er reagierte mit sozialem Rückzug, überhöhtem Alkoholkonsum und berichtete davon, schrecklich zu zittern vor lauter Wut und 𝐬𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐦𝐞𝐡𝐫 𝐳𝐮 𝐬𝐩ü𝐫𝐞𝐧.

Während des Klinikaufenthaltes lernte er mithilfe unterschiedlichen Therapien, langsam runter zu fahren, zu entschleunigen und sich dabei nicht ständig völlig getrieben zu fühlen.

In der 𝐓𝐚𝐧𝐳- 𝐮𝐧𝐝 𝐁𝐞𝐰𝐞𝐠𝐮𝐧𝐠𝐬𝐭𝐡𝐞𝐫𝐚𝐩𝐢𝐞 übte er, festgefahrene Bewegungsmuster schrittweise zu verlassen. Er wagte sich aus seinen linearen, engen und festgehaltenen Bewegungen heraus in neue 𝐁𝐞𝐰𝐞𝐠𝐮𝐧𝐠𝐬𝐫𝐢𝐜𝐡𝐭𝐮𝐧𝐠𝐞𝐧 𝐬𝐨𝐰𝐢𝐞 -𝐪𝐮𝐚𝐥𝐢𝐭ä𝐭𝐞𝐧 𝐳𝐮 𝐞𝐱𝐩𝐥𝐨𝐫𝐢𝐞𝐫𝐞𝐧. Er traute sich, mehr und mehr Kontrolle abzugeben und sogar fast schüttelnde Bewegungen auszuprobieren.
Sein Körper wurde lockerer, durchlässiger, agiler. Blick und Gesamtausdruck wurden klarer, der Atem selbstverständlicher und leichter, die Stimmung hellte sich auf.

Beim alltäglichen Gehen jagte er bislang getrieben durch’s Bankenviertel, fast nur auf den Vorderfüssen gehend. Er ging sich jeweils voraus- der Kopf führte, das Kinn war oben, irgendwann folgte der Rumpf , die Beine wirkten trotz ihrer kräftigen Muskulatur staksig, zuletzt folgten die Füsse.

Inzwischen gelang es ihm, etwas gemächlicher zu gehen, 𝐬𝐞𝐢𝐧 𝐊ö𝐫𝐩𝐞𝐫𝐠𝐞𝐰𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐯𝐨𝐦 𝐁𝐨𝐝𝐞𝐧 𝐭𝐫𝐚𝐠𝐞𝐧 𝐳𝐮 𝐥𝐚𝐬𝐬𝐞𝐧 und sich auf die ganzen Fusssohlen abzurollen. Er schien nicht mehr wie am Himmel aufgehängt und völlig durchgespannt wie ein Flitzebogen.

Jetzt zeigte sich ein gesetzter, tiefer in sich ruhender und sich vertrauensvoll dem Boden unter den Füssen zumutender Mann, der selbstbewusster und aufgerichtet in der senkrechten Achse daher schritt.

Aus der Gehetztheit wurde Klarheit, Ruhe, Wachheit und mein Patient erlebte sich durch die unterschiedlichen, körperorientierten Interventionen 𝐢𝐧 𝐬𝐞𝐢𝐧𝐞𝐦 𝐆𝐞𝐬𝐚𝐦𝐭𝐰𝐞𝐬𝐞𝐧 𝐥𝐞𝐛𝐞𝐧𝐝𝐢𝐠𝐞𝐫 𝐮𝐧𝐝 𝐞𝐫 𝐟𝐚𝐧𝐝 𝐰𝐢𝐞𝐝𝐞𝐫 𝐙𝐮𝐠𝐚𝐧𝐠 𝐳𝐮 𝐬𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐑𝐞𝐬𝐬𝐨𝐮𝐫𝐜𝐞𝐧!