Wie du meditative Momente in deinen Alltag einbaust ohne grossen Zeitaufwand

Egal ob berufstätig, Mutter beziehungsweise Vater oder beides- für viele Gestresste und stark eingebundene Menschen scheint Zeit permanente Mangelware zu sein.

Der blosse Gedanke daran, mehrmals wöchentlich ein Zeitfenster für Selbstfürsorge frei zu halten, treibt den Schweiss in die Handinnenflächen!

Aus meiner Arbeit in der Prävention und Behandlung von Burnout begegnet mir immer wieder dasselbe Szenario: die Betroffenen wissen bereits sehr viel über Stress und seine Folgen. Sie sind beispielsweise bewandert in Yoga oder Qi Gong und trieben zu früheren Zeiten aktiv Sport. Sie kennen Entspannungstechniken und effektive Atemübungen oder Meditation. Sie möchten wieder mehr für ihre Gesundheit tun, um diese zu erhalten oder wieder aufzubauen.

Aber wie die Zeit dazu finden?

Das hatte ich mich selbst jahrelang auch immer wieder gefragt….

Die Optimierung des Zeitmanagements aus beruflicher Sicht scheint ganz logisch und wird häufig auch prompt umgesetzt. Das Zeitmanagement sich selbst zuliebe wird oft als riesiger und fast umsetzbarer Brocken Arbeit empfunden.

Erschwerend kommen die «inneren Antreiber» hinzu, die, ähnlich wie bei einer Diät, den anfänglichen Willen und die Einsicht, dass es wichtig ist, etwas für sich zu tun, nach einer Weile ganz unbefangen und mit Leichtigkeit boykottieren.

Wir sprechen hier von den unbewussten Anteilen, die jede Person prägen und die auch verantwortlich dafür sind, weshalb wir uns auf bestimmte Art und Weise Verhalten. Sie prägen auch unsere innere Haltung gegenüber uns selbst und gegenüber unserem Leben im Allgemeinen. Verhaltensänderungen fallen uns umso schwerer, wenn wir uns unserer inneren Anteile nicht bewusst sind. Da hat unser Wille keine Chance! Eine gewisse Zeit lang klappt’s ganz gut mit Meditationspraxis und Sport etc., aber irgendwann schwindet unsere Bereitschaft immer mehr und Ausreden sind an der Tagesordnung.

Und natürlich fällt man immer wieder seinen eigenen hohen Anforderungen zum Opfer. Das war besonders bei mir der Fall…

Ganz oder gar nicht

Ich war früher der Typ «Ganz oder gar nicht». Es gab nichts zwischendrin, was für wenig Flexibilität und Weitsicht spricht. Wenn ich eine Übung auf eine bestimmte Art und Weise lernte, dann war ich der Ansicht, dass das nur so «richtig» war. Natürlich war die Frustration dann auch nicht weit, Erfolge liessen auf sich warten.

Nun denken viele Betroffene, dass man die Übungssequenzen wie gelernt immer ganz machen muss. Also beispielsweise mindestens 20 Minuten meditieren. Schafft man es nun mal nicht, sich diese 20 Minuten frei zu machen, lässt man es dann eben ganz bleiben. Auch bei anderen Übungen begegnet mir dieser Irrglaube regelmässig.

Was nun? Beispiele für den Alltag

Ich bin absoluter Fan von Kurzmeditationen!

Für mein System ist es wichtig, immer wieder meditative Momente in meinen Alltag einzubauen. Da ich viel wahrnehme und beispielsweise auf Lärm oder Gerüche stark reagiere, käme ich nicht sonderlich gut durch meine Woche, wenn ich nur ab und zu oder jeweils morgens bzw. abends meditieren oder anderweitig für mich sorgen würde. Dazu kommt, dass ich als Mutter von zwei kleinen Kindern froh bin, ab und zu mal alleine auf der Toilette sitzen zu können. Also nix mit mich für 30 Minuten zurückziehen- da gäbe es einfach Radau…..

Im Alltag gibt es immer wieder Momente, wo man dann eben doch mal seine Ruhe hat- wenn die Kinder spielen, auf dem Arbeitsweg oder einfach, währenddessen der Kaffee durch die Maschine läuft!

In meinen Coachings und auch in den Kliniken, wo ich als Therapeutin arbeite, ist die individuelle Gestaltung des Alltags meines Klientels von grosser Bedeutung. Wer beispielsweise mehr über die Nutzung von Pausen erfahren möchte, hier mein Blogbeitrag Stolperstein Alltag, wenn Pausen fehlen.

Wer sich eine Meditationspraxis aneignen will, die effizient ist und wenig Zeit in Anspruch nimmt, setzt sich mit der «One moment meditation» von Martin Boroson  auseinander. Hier geht es darum, während einer einzigen Minute wirklich nur bei sich zu sein. Und- Hand auf’s Herz- eine freie Minute findet jeder mal in seinem Alltag. Mit der Zeit und Übung schafft man es, jeweils nur einen Moment in den meditativen Zustand zu gelangen.

Und wenn wir daran denken, dass, wenn wir sogar mehrmals täglich nur eine Minute oder lediglich einen Moment meditieren, unseren Atem wahrnehmen oder in eine Körperwahrnehmung gehen, dann ergibt das am Ende des Tages auch 15 oder gar 30 Minuten. Toll, nicht?

Und nun noch eine Meditationsanleitung für Mamas und Papas

Wer kennt diese Situation nicht? Man bringt die Kinder zu Bett, eines will unbedingt noch kuscheln. Man legt sich zum Kind und ist allenfalls noch vor dem Junior eingeschlafen. Ganz ok, das darf auch sein!

Manchmal ist es Kindern einfach wichtig, dass man in der Nähe ist.

  • Entscheide dich, ob du einfach bis zum einschlafen deines Kindes üben magst oder stelle einen leisen Wecker auf eine für dich passende Zeit.
  • Setze dich bequem und doch aufrecht an’s Fussende  des Kinderbettes (Kuscheltiere kann man super als Sitzkissen nutzen)
  • Halte bei Bedarf die Füsse deines Kindes oder berühre seine Fusssohlen.
  • Mag oder braucht dein Kind keine Berührung, setze dich einfach in das Kinderzimmer und sei im Moment präsent.
  • Dann nimm deinen eigenen Atem wahr.
  • Du kannst auch immer wieder zum Atem des/der Kinder wechseln. Es hat eine angenehm beruhigende und ausgleichende Wirkung, dem Atem der eigenen Kinder zuzuhören.
  • Und wieder zurück zum eigenen Atem. Man spricht hier von hin- und her pendelnder Aufmerksamkeit.

Atemmeditationen finde ich sehr einfach und auch naheliegend- wir atmen sowieso und müssen nichts extra dazu tun.

Falls es mal mit der Atemmeditation nicht klappen sollte, vielleicht weil das Gedankenkarussell tüchtig dreht oder wenn man Beschwerden hat, kann man gut mit Imaginationstechniken oder Körperwahrnehmung üben. Sind wir bei uns, können wir besser für unsere Kinder da und in der Präsenz sein.

Im Wahrnehmen des eigenen Atems und Hören des Atems einer geliebten und geschätzten Person kann man Zugang zu tiefen Gefühlen der Zuneigung, Liebe, Geborgenheit und des angenommen Seins empfinden.
Das wirkt sich stärkend auf Eltern und Kinder aus!

Bist du neugierig geworden, wie man seine Zeit sonst noch für die Selbstfürsorge nutzen kann? Vereinbare einen Termin für das kostenlose Strategiegespräch.

Bis dahin alles Gute, Anneliese Balmer

P.S. Kennst du jemand, der sich für das Thema interessieren könnte oder davon betroffen ist? Teile diesen Blogbeitrag oder leite den Link weiter- herzlichen Dank!